Hybride Bedrohungen: Die doppelte Gefahr für Kritische Infrastrukturen

kritis-info.de | 📅 12.09.2025 | 🔗 Risiken & Bedrohungen

Heute gibt es nicht nur digitale, sondern auch physische Angriffe. Betreiber von KRITIS werden immer häufiger angegriffen. Dabei werden Cyberattacken auf Netzwerke und Sabotageakte an Gebäuden oder Anlagen kombiniert. Diese neuen Gefahren brauchen ein neues Sicherheitskonzept.

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Hybride Bedrohungen sind eine neue Art von Gefahr

Für Betreiber Kritischer Infrastrukturen war Sicherheit schon immer eine schwierige Aufgabe. Aber in den letzten Jahren gibt es einen neuen Trend: hybride Bedrohungen. Das sind Angriffe, die sowohl digital als auch physisch sind. Früher waren Cyberangriffe und physische Sabotage klar getrennt. Heute sind sie eine Doppelbelastung.

In Europa und der ganzen Welt nutzen Angreifer beide Ebenen, um die Widerstandskraft eines Betreibers zu schwächen. Hacker können so die Steuerung von Energieversorgern manipulieren. Gleichzeitig können sie Kabel beschädigen oder Notstromanlagen sabotieren. Das Ziel: maximale Wirkung bei minimaler Verteidigung.

Hybride Bedrohungen sind besonders gefährlich

Hybride Angriffe sind gefährlich, weil sie gleichzeitig und vielfältig sind. Während die IT-Abteilung versucht, einen Cyberangriff einzudämmen, wird die physische Infrastruktur angegriffen oder beschädigt. Diese Doppelbelastung überfordert die üblichen Abwehrstrategien, die entweder auf Cybersecurity oder auf Objektschutz ausgelegt sind.

Hybride Angriffe sind oft schwer zu erkennen, da sie auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden und zunächst unabhängig voneinander wirken können. Wenn eine Anlage einen technischen Defekt hat, wird das vielleicht erst bemerkt, wenn gleichzeitig ein IT-Vorfall entdeckt wird. Das gibt den Angreifern Zeit.

Die gesetzlichen Anforderungen sind bei der Entwicklung berücksichtigt

Die Politik hat verstanden, dass es gefährlich ist. Die EU-CER-Richtlinie und die NIS2-Richtlinie betonen ausdrücklich, dass Sicherheit in der digitalen und physischen Welt zusammen gedacht werden muss. Das kommende KRITIS-Dachgesetz wird diesen Ansatz voraussichtlich übernehmen. Betreiber müssen künftig umfassende Risikoanalysen machen und Schutzmaßnahmen umsetzen.

Ein Sicherheitskonzept ist nicht vollständig, wenn es nur Firewalls und Zutrittskontrollen umfasst. Deshalb müssen IT-Abteilungen, Werkschutz, Facility Management und Krisenstäbe eng zusammenarbeiten. So können sie Bedrohungen besser bewerten und abwehren.

Mehr Widerstandskraft durch gute Strategien

Um verschiedene Gefahren zu bekämpfen, muss man verschiedene Maßnahmen ergreifen. Dafür müssen physische und digitale Sicherheitssysteme eng zusammenarbeiten. Moderne Technologien können zum Beispiel automatisch erkennen, wenn jemand in einem Rechenzentrum versucht, sich unerlaubt Zugang zu verschaffen. So lassen sich Muster schneller erkennen und Bedrohungen besser abwehren.

Es ist auch wichtig, dass man sich klar verständigt und meldet. Damit Krisenstäbe gute Entscheidungen treffen können, müssen Informationen über Vorfälle zusammengeführt werden. Es ist auch wichtig, dass alle Abteilungen gemeinsam üben.

Hybride Bedrohungen erfordern ein neues Sicherheitsdenken

Hybride Angriffe sind eine große Herausforderung für KRITIS-Betreiber. Sie sind kompliziert, schwer vorhersehbar und nutzen Schwachstellen an mehreren Stellen gleichzeitig aus. Wer seine Infrastruktur schützen will, muss über den Tellerrand hinausblicken. Cybersecurity und physischer Schutz sind zwei Seiten derselben Medaille.

Die gute Nachricht: Betreiber können ihre Resilienz erheblich steigern. Dazu brauchen sie integrierte Sicherheitskonzepte, moderne Technologien und eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Abteilungen. Das kostet Geld und man muss anders denken. Man muss den Schutz ganzheitlich angehen.

Weiterführende Informationen zu hybriden Bedrohungen

Hybride Angriffe zeigen, dass Cyber- und physische Sicherheit zusammenhängen. Hier erfährst du mehr über die aktuellen Gesetze und Maßnahmen für Betreiber von KRITIS.

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