KRITIS-Dachgesetz 2026
Überblick und Pflichten für Betreiber kritischer Infrastrukturen

Erfahren Sie alles zum KRITIS-Dachgesetz 2026. Wir informieren Sie über Ziele, Inhalte, Pflichten, Übergangsfristen und Schutzmaßnahmen für Betreiber kritischer Infrastrukturen in Deutschland.

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Das KRITIS-Dachgesetz 2026 im Überblick

Mit dem geplanten KRITIS-Dachgesetz 2026 soll ein einheitlicher und rechtlich verbindlicher Schutz für kritische Infrastrukturen in Deutschland etabliert werden. Es vereint grundlegende Bestimmungen aus verschiedenen Regelwerken wie der NIS2-Richtlinie, dem BSI-Gesetz und branchenspezifischen Vorschriften und ergänzt diese um weitere Anforderungen. Es soll die Resilienz und Sicherheit der Infrastrukturen gesteigert werden, die für das Funktionieren des Gemeinwesens unerlässlich sind. Dadurch wird es möglich, Betreiber kritischer Infrastrukturen besser vor Ausfällen, Angriffen oder anderen Störungen zu schützen.

Weshalb ein KRITIS-Dachgesetz erforderlich ist

In Deutschland sind Millionen von Menschen auf eine stabile und sichere Versorgung angewiesen. Nur einige Beispiele dafür, wie entscheidend diese Versorgungsstrukturen sind, sind Strom, Wasser, medizinische Leistungen, Transport und Kommunikation. In Anbetracht der Zunahme von Bedrohungen wie Cyberangriffen, geopolitischen Spannungen und Naturkatastrophen ist ein systematischer Schutz wichtiger als je zuvor. Mit dem KRITIS-Dachgesetz wird zum ersten Mal ein konsistentes Regelwerk geschaffen, das alle Betreiber kritischer Infrastrukturen zu vergleichbaren Mindeststandards verpflichtet und so einheitliche Sicherheitsniveaus gewährleistet.

Wen betrifft das KRITIS-Dachgesetz 2026 konkret?

Es gilt für Betreiber kritischer Infrastrukturen aus allen relevanten Sektoren, darunter:

  • Energie (z. B. Strom-, Gas- und Fernwärmenetze)
  • Wasser (Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung)
  • Gesundheit (Krankenhäuser, Arzneimittelversorgung, Rettungsdienste)
  • Ernährung (Lebensmittelproduktion und -versorgung)
  • Informationstechnik und Telekommunikation
  • Transport und Verkehr (Straße, Bahn, Luftfahrt, Schifffahrt, ÖPNV)
  • Finanz- und Versicherungswesen
  • Medien und Kultur (z. B. Rundfunk)
  • Staat und Verwaltung

Alle Betreiber, die unter die KRITIS-Definition fallen, müssen bestimmte Schutzmaßnahmen umsetzen und gegenüber den Behörden nachweisen, dass diese eingehalten werden.

Wichtige Inhalte und Vorgaben des KRITIS-Dachgesetzes

Das Gesetz enthält zahlreiche Pflichten und Anforderungen, die sich teils aus bestehenden EU-Richtlinien ergeben, in einigen Fällen jedoch auch darüber hinausgehen. Zu den zentralen Regelungsinhalten zählen insbesondere:

Verpflichtende Risikoanalysen

Betreiber müssen regelmäßig Gefährdungsanalysen durchführen und Schwachstellen dokumentieren.

Schutzkonzepte und Vorsorgemaßnahmen

Es sind technische und organisatorische Maßnahmen zu definieren, um mögliche Schäden im Ereignisfall zu minimieren.

Meldepflichten

Sicherheitsvorfälle müssen innerhalb klar definierter Fristen an die zuständigen Behörden gemeldet werden.

Kontrollen und Audits

Die Einhaltung der Vorgaben wird von Aufsichtsbehörden überprüft. Bei Verstößen können Sanktionen drohen.

Kooperation mit Behörden

Betreiber sollen eine enge Abstimmung mit den zuständigen Stellen sicherstellen und Ansprechpersonen benennen.

Pflichten für Betreiber kritischer Infrastrukturen

Die Betreiber sind dafür verantwortlich, ein angemessenes Schutzniveau ihrer Einrichtungen zu gewährleisten. Dazu gehört unter anderem:

  • Umsetzung branchenspezifischer Sicherheitsstandards,
  • Einführung und Pflege eines Risikomanagements
  • Erstellung und regelmäßige Aktualisierung von Notfall- und Krisenplänen.
  • Schulung und Sensibilisierung aller Beschäftigten.
  • Aufbau einer klaren Kommunikationsstruktur im Krisenfall.

Diese Pflichten gelten sowohl für bestehende als auch für neue Anlagen und Dienstleistungen, sofern diese als kritische Infrastruktur eingestuft werden.

Fristen und Zeitplan

Derzeit wird davon ausgegangen, dass das KRITIS-Dachgesetz im Jahr 2026 in Kraft tritt. Erste Entwürfe sehen Übergangsfristen für Betreiber vor, damit diese ihre Sicherheitsvorkehrungen anpassen und dokumentieren können. Konkrete Übergangsfristen sollen in den nachfolgenden Rechtsverordnungen geregelt werden. Betreiber sollten jedoch frühzeitig mit der Planung beginnen, um Verzögerungen oder Bußgelder zu vermeiden.

Zusammenhänge mit der NIS2-Richtlinie

Das KRITIS-Dachgesetz orientiert sich stark an den Anforderungen der europäischen NIS2-Richtlinie, die bereits europaweit Mindeststandards für die Cyber- und Informationssicherheit vorschreibt. Mit dem KRITIS-Dachgesetz wird diese Richtlinie in deutsches Recht integriert und gleichzeitig für alle relevanten Infrastrukturbereiche ergänzt, sodass keine Lücken im Schutznetz entstehen.

Fazit: Einheitlicher Schutz für systemrelevante Infrastrukturen

Das KRITIS-Dachgesetz 2026 ist ein Meilenstein in der deutschen Sicherheitsgesetzgebung. Es vereint bestehende Vorgaben zu einem harmonisierten Rechtsrahmen und schafft damit Verlässlichkeit und Planungssicherheit für Betreiber. Die einheitlichen Standards sorgen für vergleichbare Sicherheitsmaßnahmen und mehr Resilienz im Krisenfall. Letztlich dient das Gesetz dem Schutz der Bevölkerung, indem es sicherstellt, dass systemrelevante Infrastrukturen auch in Ausnahmesituationen stabil bleiben und weiterarbeiten können.

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