Notfall- und Krisenkommunikation bei KRITIS-Betreibern: Gut vorbereitet im Ernstfall

kritis-info.de | 📅 29.07.2025 | 🔗 Technik & Schutzmaßnahmen

Ob Cyberangriff, Naturkatastrophe oder technischer Ausfall: Im Krisenfall müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen schnell und zuverlässig kommunizieren können. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Strategien, Strukturen und Tools für eine erfolgreiche Notfall- und Krisenkommunikation entscheidend sind.

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Notfall- und Krisenkommunikation bei KRITIS-Betreibern: Gut vorbereitet im Ernstfall

Kritische Infrastrukturen sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Strom, Wasser, Telekommunikation, Transport und Gesundheit – all diese Systeme müssen auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig funktionieren. Doch was passiert, wenn eine Krise eintritt? Ein Cyberangriff, ein Großbrand, ein Hochwasser oder gar ein gezielter Sabotageakt können jede noch so stabile Struktur ins Wanken bringen.

In solchen Situationen ist neben der technischen Reaktion auch die Kommunikation von entscheidender Bedeutung. Wenn Mitarbeitende, Behörden, Partner und die Bevölkerung nämlich nicht rechtzeitig und verständlich informiert werden, drohen Chaos, Fehlentscheidungen und Vertrauensverlust. Genau hier setzt die Notfall- und Krisenkommunikation an.

Warum ist Krisenkommunikation so entscheidend?

Im Notfall zählt jede Minute. Unsicherheiten, Gerüchte oder widersprüchliche Informationen können die Lage verschärfen und Ängste schüren. Eine gute Krisenkommunikation sorgt dafür, dass Betroffene schnell, transparent und zielgerichtet informiert werden.

Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen daher in der Lage sein, innerhalb kürzester Zeit klare Botschaften zu formulieren und über die richtigen Kanäle zu verbreiten. Gleichzeitig muss intern sichergestellt werden, dass alle Mitarbeitenden wissen, wer im Krisenfall spricht, welche Informationen veröffentlicht werden dürfen und wie mit Rückfragen umgegangen wird.

Grundprinzipien einer erfolgreichen Krisenkommunikation

Zunächst gilt: Eine gute Krisenkommunikation muss vorbereitet sein, bevor der Notfall eintritt. In der akuten Lage bleibt dafür meist keine Zeit mehr. Deshalb sollten Betreiber ihre Kommunikationsstrategie vorab schriftlich festhalten und regelmäßig üben.

Zentrale Prinzipien sind:

  • Schnelligkeit: Informationen müssen schnell bereitstehen, um Unsicherheiten zu vermeiden.
  • Ehrlichkeit: Vertuschen oder Beschönigen bringt in der Regel mehr Schaden als Nutzen.
  • Verlässlichkeit: Informationen sollten stets konsistent und überprüfbar sein.
  • Empathie: Betroffene brauchen das Gefühl, dass ihre Sorgen ernst genommen werden.
  • Zielgruppengerechte Ansprache: Behörden, Mitarbeitende, Medien und Öffentlichkeit müssen oft unterschiedlich informiert werden.

Strukturen und Rollen im Krisenfall

Damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert, sind klare Rollen und Zuständigkeiten unerlässlich. Wer ist der oder die Sprecher:in? Wer darf im Namen des Unternehmens kommunizieren? Wer koordiniert Presseanfragen? Diese Fragen müssen vorab geklärt sein.

In vielen KRITIS-Betrieben gibt es dafür einen Krisenstab oder einen Kommunikationsbeauftragten. Dieser steuert gemeinsam mit den Bereichen Technik, IT und Management den Informationsfluss. Wichtig ist, dass diese Personen regelmäßig geschult werden und an Übungen teilnehmen, damit sie im Ernstfall routiniert handeln können.

Kommunikationswege und Tools

In der modernen Krisenkommunikation werden mehrere Kanäle parallel genutzt. Neben klassischen Pressemitteilungen spielen heute E-Mail-Newsletter, interne Messenger, Telefonketten und soziale Medien eine wichtige Rolle.

Betreiber sollten sich genau überlegen, wie sie kommunizieren, wenn Internet oder Mobilfunk ausfallen, zum Beispiel über Satellitentelefone oder UKW-Funkgeräte.

Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, vorformulierte Textbausteine und Infoblätter bereitzuhalten, die im Ernstfall schnell angepasst und versendet werden können.

Übungen und Tests

Papierpläne allein reichen nicht aus. Nur wer die Krisenkommunikation regelmäßig testet, kann Schwachstellen erkennen und beheben. Deshalb sollten Betreiber mindestens einmal jährlich eine Notfallübung durchführen, in der auch der Kommunikationspart trainiert wird.

Dabei können realistische Szenarien durchgespielt werden, zum Beispiel ein Cyberangriff mit Ausfall der Netzleitwarte oder eine großflächige Naturkatastrophe. Solche Übungen helfen, Routinen zu festigen, Verantwortlichkeiten zu prüfen und die Resilienz zu erhöhen.

Vertrauen ist der wichtigste Faktor

In der Krisenkommunikation geht es am Ende immer um Vertrauen. Bürger, Geschäftspartner, Mitarbeitende und Behörden müssen sich darauf verlassen können, dass Informationen verlässlich sind und weder künstlich verzögert noch verschleiert werden.

Jede unklare oder fehlerhafte Kommunikation kann gravierende Folgen haben – von Panikreaktionen bis hin zu langanhaltendem Imageschaden. Betreiber sollten daher eine klare Kommunikationskultur etablieren und ihr Personal dafür sensibilisieren, wie wichtig Transparenz und Professionalität im Ernstfall sind.

Fazit: Kommunikation rettet Resilienz

Krisen sind nie vollständig vermeidbar, auch nicht in kritischen Infrastrukturen. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein. Wer eine strukturierte, schnelle und empathische Krisenkommunikation sicherstellt, kann Schäden begrenzen, das Vertrauen der Öffentlichkeit bewahren und einen schnellen Wiederanlauf gewährleisten.

KRITIS-Betreiber sollten das Thema daher fest in ihre Sicherheitsstrategie integrieren – als gleichwertigen Bestandteil neben technischen Schutzmaßnahmen und Notfallplänen. Denn nur wenn alle Beteiligten gut informiert sind, kann Resilienz wirklich funktionieren.

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